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Bau der Rickenbahn

1903 - 1910

Die erste Anregung zu einer Bahnverbindung über den Ricken ging von der Toggenburgerbahn aus, die bestrebt war ihrer Linie Wil - Ebnat eine Fortsetzung zu geben. Es wurden zwei Projektvarianten ausgearbeitet, wobei beide die Linienführung über den Ricken vorsahen, an einen Basistunnel dachte man nicht. Wie beim Strassenbau kam es wieder zu einem Wettstreit zwischen Uznach und Rapperswil. Eine neue Lage entstand dadurch, dass ein Begehren nach einer Bahnverbindung St. Gallen – Wattwil – Rapperswil – Zug angemeldet wurde. Nun erkannte man bei diesem Projekt, dass eine Linienführung über den Ricken wegen den starken Steigungen weder wirtschaftlich noch leistungsfähig wäre. Nun wurde eine Lösung mit einem Basistunnel geprüft. Am 20. Februar 1898 gab es ein neues Gesetz, das den Rückkauf der Eisenbahnen vorsieht und somit der massgebende Entscheid nun bei den Bundesbahnen lag. Im Dezember 1901 gaben die eidgenössischen Räte die Zustimmung zum Bau der Rickenbahn. Im Herbst 1903 wurde mit den Arbeiten begonnen. Von der 14,4 km langen Strecke entfallen 8,6 km auf den Tunnel. Die Uznacher Stationsanlagen wurden grosszügig erweitert.

Zu einem unvergesslichen Tag wurde der 1. Oktober 1910, an dem die Rickenbahn und zugleich die Bodensee-Toggenburgbahn eröffnet wurde. Da zu Beginn nur mit Dampflokomotiven gefahren wurde, kamen kritische Bemerkungen, dass die Ventilation ungenügend sei und lästiger Rauch durch die geschlossenen Wagen dringe. Wie berechtigt diese Kritik war, erwies sich am 4. Oktober 1926. Zufolge ungünstiger Verhältnisse blieb der Mittagsgüterzug Kaltbrunn – Wattwil im Tunnel stecken, was die Vergiftung des gesamten Zugpersonals durch Rauchgas zur Folge hatte. Nach dem Unglück wurde die Strecke Uznach – Wattwil sofort elektrifiziert.

Bild links: Bau der Brücke über die Bahnlinie in der Hinterstadt
Bild rechts: Bahnhof Uznach nach 1910