Bau der Rickenstrasse
1784 - 1788
Der Übergang über den Ricken war schon zur Zeit der Herrschaft der Toggenburger von wesentlicher Bedeutung. Der alte Passweg führte von Schmerikon (Endstation des Schiffsverkehrs) bei St. Josef vorbei, durch das Täli über Ernetschwil und Schwarzholz zum Bildhaus, ging also am Städtchen Uznach vorbei. Er bildete auch die alte Pilgerstrasse nach Einsiedeln. Daneben bestand aber ein Weg vom Städtchen über Gommiswald-Uetliburg zum Bildhaus.
Die Proviantsperre, die Zürich im Alten Zürichkrieg und im Kappelerkrieg verhängte, liess erkennen, wie wichtig eine gute Verbindung von Schwyz über die Linthebene und den Ricken nach St. Gallen war. Gegen Ende des Jahrhunderts kam es dann doch zum Bau. Die Burgerschaft setzte sich 1779 und erst recht 1784 mit Nachdruck für die Interessen Uznachs ein und machte das Angebot, die Strasse von der äusseren Brücke über den Aabach bis zum oberen Tor und von dort über die Rüti auf eigene Kosten zu erstellen und in Stand zu halten. Mit dem Bau wurde sofort begonnen und im Juni 1788 konnte die Strasse abgenommen werden.
Für Uznach selbst hatte die Zunahme des Strassenverkehrs eine unvermeidbare aber bedauerliche Folge. Das untere Tor wurde 1829 abgebrochen und lieferte Baumaterial für das Schulhaus (Tönierhaus), der Abbruch des oberen Tores erfolgte im Jahre 1834.
Der Ausbau der Rickenstrasse machte sich bezahlt für die Entwicklung des Postverkehrs. Uznach war schon vorher ein wichtiger Knotenpunkt.
Mit der Eröffnung der Bahnlinie Rapperswil-Uznach-Weesen ging dann der Postverkehr stark zurück. Immerhin blieb noch die Strecke Uznach-Wattwil, die bis zur Inbetriebnahme der Rickenbahn im Jahre 1910 mit den malerischen Vierspänner-Wagen bedient wurde.
Rechts: Rickenpost Uznach-Wattwil auf ihrer letzten Fahre (1910)
Uznach_als_Knotenpunkt_des_Postkutschenverkehrs.pdf [pdf, 46 KB]