Navigieren in Uznach

Der grosse Stadtbrand

1762

Uznach ist im Laufe der Jahre wiederholt von schweren Bränden heimgesucht worden. Der älteste überlieferte Brand entstand 1445 während des Alten Zürichkrieges. Damals überfielen die Zürcher mit den verbündeten Österreichern die alte Stadt in der Umgebung der Kreuzkirche und äscherten die Häuser ein. Schon rund 50 Jahre später, am Heiligenabend 1495, erfasste ein Brand alle Häuser von der Antoniuskirche bis zum unteren Tor.

Zu einer ganz grossen Katastrophe wurde aber der grosse Brand in der Schreckensnacht vom 18./19. August 1762. Dass dieser Brand einen so grossen Schaden anrichten konnte, war die Folge der damaligen Verhältnisse. Ein Grossteil der Häuser besass nicht einmal einen Kamin. Dazu kamen noch die Holzhäuser und Riegelbauten, die besonders gefährdet waren. Das Feuer dehnte sich mit unheimlicher Geschwindigkeit aus und innert wenigen Stunden war das ganze Städtchen niedergebrannt. Auch die Antoniuskirche und das Antoniusspital wurden vom Feuer erfasst. Nach Berichten sind 82 Häuser und 18 Stadel verbrannt. Glücklicherweise wurde niemand ernstlich verletzt und es waren keine Todesopfer zu beklagen.

Vom Feuer verschont blieben einzig das untere Tor und zwei daran angebaute Häuser als das frühere Gasthaus Falken und das Haus Arche (die burgerliche Metzg), ferner das obere Tor und auf dem Burgplatz der Hexenturm. Die beiden Tore wurden aber zwischen 1829 und 1834 abgebrochen. Im Rathaus verbrannten auch zahlreiche Akten und Urkunden.

Nach dieser Brandkatastrophe fand das Städtchen tatkräftige Hilfe aus der ganzen Schweiz. Der Wiederaufbau wurde unter der Aufsicht der beiden Stände Schwyz und Glarus sofort an die Hand genommen. Das Rathaus wurde am gleichen Ort wieder aufgebaut als gemeinsames Eigentum von Stadt und Land, aber mit beidseitigen Feuergassen.
Die Chronik der Grafschaft Uznach von Johann Ulrich Custor gibt eine eingehende Schilderung des nach dem Brande wieder aufgebauten Städtchens.
 

In der Schreckensnacht vom 18. zum 19. August 1762 fällt das Städtchen einer Brandkatastrophe zum Opfer
In der Schreckensnacht vom 18. zum 19. August 1762 fällt das Städtchen einer Brandkatastrophe zum Opfer