Die Linthkorrektion
1807 - 1823
Zwischen 1807 und 1823 wurde die erste grosse Flusskorrektion in der Schweiz durchgeführt – die Korrektion der Linth zwischen dem Walensee und dem Zürichsee.
Ab der Mitte des 18. Jahrhunderts veränderte sich das Gleichgewicht im Gewässersystem der Glarner Linth, des Walensees und der «Maag» – dem alten Ausfluss aus diesem See – in einer einschneidenden Weise, die für die Lebensbedingungen in der Region äusserst ungünstig war. Aus verschiedenen Gründen, unter anderem wohl wegen verstärkter Abholzungen und vor allem wegen einer ausserordentlichen Häufung von Regenfällen, stieg die Geschiebemenge, die die Glarner Linth mit sich in die Linthebene trug, in dieser Zeit stark an. Die Linth erhöhte ihr Bett sukzessive, so dass der Abfluss des Walensees zurückgestaut wurde und sich der Seespiegel ebenfalls erhöhte. Dies führte zur Versumpfung der Wiesenflächen bei Weesen und Walenstadt. In Hochwasserjahren – etwa 1762, 1764 und 1807 – bedrohte der See die Ortschaften unmittelbar. Eine erhöhte Sterblichkeit, ein Rückgang der landwirtschaftlichen Produktivität und erhebliche Erschwernisse für die Schifffahrt waren die Folge. Die in Europa endemische Form der Malaria, die noch bis ins frühe 20. Jahrhundert verbreitet war, forderte zahlreiche Todesopfer.
Durch die Linthkorrektion wurde der Lauf der Linth saniert, die Überschwemmungsgefahr gebannt und die höher gelegenen Gebiete besonders auch das Glarner Unterland in fruchtbares Land verwandelt. Der grösste Teil der Linthebene aber blieb noch Rietland. Erst hundert Jahre später erhielt das Werk Hans Konrad Eschers durch die Melioration die eigentliche Vollendung.